Eine riesenhafte, mit allen Annehmlichkeiten ausgestattete römische Palastanlage an der schönen Nahe? Ja, die gibt es; beziehungsweise gab es. Der gesamte Komplex wurde in den Wirren der Völkerwanderung zerstört und nach einigen Versuchen der Neubesiedelung vermutlich im 5. Jahrhundert verlassen. Dass es sich aber um den beeindruckenden Wohnsitz eines Angehörigen der damaligen (Geld-)Elite gehandelt haben muss, das wurde den Lateinern der siebten Klassen und ihren Lehrern Frau Rauber und Herrn Ruhl am 28. Juli 2017 vor Augen geführt. Die Palastvilla ist immer eine Reise wert. Die wunderschönen Mosaikböden, die Reste der Wasserleitungen – eine technische Errungenschaft, die es in Deutschland erst wieder im 20. Jahrhundert geben sollte – all das waren Belege, wie feudal man selbst in den entlegensten Winkeln des Imperium Romanum zu leben verstand. Nach einer kurzweiligen Führung durch die Römerhalle betrachteten die Schüler das Außengelände mit den Resten der Grundmauern. Diese liegen heute zwar zum Teil unter den modernen Wohnhäusern und Straßen Bad Kreuznachs; jedoch lässt sich die gigantische Fläche, die allein das Hauptgebäude umfasste heute auch durch Rekonstruktionszeichnung eindrucksvoll nachvollziehen. Man geht davon aus, dass das Gebäude mehrere Stockwerke hatte; das lässt sich anhand der Dicke der Mauerreste sowie der Maße des Treppenaufgangs schließen. Die Forschung nimmt heute an, dass die Palastvilla eine Wohnfläche von ca. 7.000 m² verfügte. Nach einem interessanten Vormittag konnten die Schülerinnen und Schüler sich noch kurz in der Stadt stärken und fuhren gegen 13 Uhr wieder zurück Richtung Heimat.

Es lohnt sich durchaus, neben dem Lateinunterricht auch regelmäßige Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen; überall finden sich Hinterlassenschaften einer großen Zivilisation, ohne deren kulturelle und technische Leistungen unser Leben heute sicher anders aussähe.

 

Am 20. Juni 2016 war es soweit! Die Lateinerinnen und Lateiner der neunten Klassen machten sich pünktlich um 8:30 Uhr mit ihren Lehrern Herrn Ruhl und Frau Rauber auf den langen Weg ins schöne Trier – eine Premiere für das WEG. In einer der ältesten Städte Deutschlands, die an sich schon eine Reise wert ist, fand zu dieser Zeit die große Ausstellung über den wohl berühmtesten römischen Kaiser statt. Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, wie sein voller Name samt der kaiserlichen Titel lautete, herrschte von 54 bis 68 nach Christus und gilt heute als der Inbegriff des wahnsinnigen Diktators, der vor keiner Grausamkeit zurückschreckt. Berühmteste Episode aus den Schreckensgeschichten über Nero ist wohl die Brandkatastrophe des Jahres 64. Jedem ist wohl aus der Malerei oder aus Film und Fernsehen das Bild vom Kaiser geläufig, wie er vollkommen verzückt die Leier spielt, während seine Stadt von den Flammen verschlungen wird. Nero schob die Schuld dafür den Christen in die Schuhe, was die erste große Welle der Christenverfolgung nach sich zog. Inwieweit Nero selbst an dem Unglück die Schuld trug, ist bis heute nicht geklärt.

 

Die Ausstellung, deren größter Teil im Rheinischen Landesmuseum zu sehen war, zeichnete konsequenterweise ein differenzierteres Bild von dem princeps. Auf der vom WEG gebuchten Führung erfuhren wir, dass Nero in den ersten Jahren seiner Herrschaft kein schlechtes Bild abgab. War er doch unter anderem von dem großen römischen Philosophen Seneca ausgebildet worden, der ihn auch als Kaiser beriet. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass der sehr junge Monarch – bei Amtsantritt war er grade 21 Jahre alt – mit der Bürde der Herrschaft über eines der größten Weltreiche überfordert zu sein schien. Ohnehin eher den schönen Künsten wie der Schauspielerei verschrieben, zeigte er sich zunehmend desinteressiert an der Politik und wurde in der Folgezeit von Ängsten und Verfolgungswahn getrieben. Diese ließen ihn auch vor Morden an engen Vertrauten wie Seneca sowie seiner eigenen Mutter nicht zurückschrecken. Am Ende schienen seine früheren Verdienste weitgehend vergessen. Völlig vereinsamt und vom Senat zum Staatsfeind erklärt (!) ließ er sich auf der Flucht von einem Sklaven töten. Seine letzten Worte sollen die im Titel dieses Artikels genannten gewesen sein; zu deutsch: „Welch großer Künstler stirbt mit mir!“

Die Ausstellung wartete mit zum Teil einmaligen Exponaten auf, die aus den bedeutendsten Museen der Welt den Weg nach Trier gefunden hatten. Darunter befand sich beispielsweise eine lebensgroße Statue Neros als Knabe, die den Betrachter daran erinnert, dass auch die vermeintliche Bestie einst ein Kind gewesen war. Ein weiteres, recht spektakuläres Exponat war ein durch Hitze völlig verbogenes Fenstergitter, das nachweislich von der großen Brandkatastrophe her stammt!

Neben der Ausstellung besuchten wir natürlich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Triers, wie die Porta Nigra, das ehemalige Stadttor des römischen Augusta Treverorum. Sie ist das einzige erhaltene Bauwerk dieser Art nördlich der Alpen. Auch die Basilika des Kaisers Konstantin und der Dom standen auf unserem Programm. Den Abschluss bildete eine von Frau Rauber entworfene Rallye. Das Wetter spielte mit und wir konnten uns regenfrei und bei angenehmen Temperaturen durch die Stadt bewegen. Auch für eine kleine Pause blieb noch Zeit. Gegen 16 Uhr bestiegen alle wieder den Bus und steuerten das heimatliche Winnweiler an. Trotz der Entfernung und der dadurch nicht unerheblichen Kosten von ca. 27 Euro pro Schüler hofft die Fachschaft Latein auch in Zukunft eine Fahrt nach Trier durchführen zu können!

 

 

Die spinnen, die Römer? Von wegen! Die Lateiner der zehnten Klasse des Wilhelm-Erb-Gymnasiums konnten sich am 20. Januar 2016 vom Gegenteil überzeugen. Zusammen mit Frau Rauber und Herrn Ruhl begaben sie sich nach Mainz – von den Römern „Mogontiacum“ genannt. Sie besuchten unter anderem das Römisch-Germanische Zentralmuseum und den Dativius Victor-Bogen. Hierbei erfuhren die 28 Schülerinnen und Schüler viel Interessantes über die römische Herrschaftsweise sowie die eindrucksvolle Effizienz von Verwaltung und Armee. Auch die spannende Frage, welche Brüche und dramatischen Entwicklungen die fast vierhundertjährige Präsenz der Römer in Rheinland-Pfalz erlebte, wurde behandelt.

Fazit der Exkursion: Auch in der heutigen Gesellschaft können wir wichtige Lehren aus dieser besonderen Epoche ziehen.

 

 

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