
Wir, die Schüler der 10. bis 12. Jahrgangsstufe des Wilhelm-Erb-Gymnasiums durften auch das Schuljahr 2025/2026 am deutsch-italienischen Austausch unserer Schule teilnehmen, welcher uns über die Schweizer Alpen, hin zu den italienischen Bergen und Tälern des ,,Lago di Como“, des Comer Sees, führte.
Dabei sammelten wir nicht nur wertvolle Erfahrungen hinsichtlich der Sprache, sondern erlebten einen zwischenmenschlichen, kulturellen Austausch, einen Austausch mit Jugendlichen aus anderen Ländern, einen Austausch, welcher uns auch nach der Abreise noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Lago di Como ist mit seinen 146 km2 der drittgrößte See Italiens. Er liegt in der Lombardei, einer Region im Norden Italiens. Geprägt ist die Landschaft des dreiarmigen Comer Sees von majestätisch wirkenden Bergen um die Täler des Sees, Villen des 15. Jahrhunderts und die durch das mediterrane Klima gedeihenden Pflanzen wie Palmen, Olivenbäume und Zitrusfrüchte.
Das Reiseziel unseres Austausches war die Gemeinde Lecco am direkten Ufer des Comer Sees. Hier befindet sich das auf Recht und Wirtschaft spezialisierte Gymnasium ,,Bertacchi“, mit dessen Schülern wir den Austausch unternahmen.
Die italienischen Schüler besuchten uns bereits im Spätsommer letzten Jahres, nun hieß es für uns: Los geht die Reise nach Italien! Am Freitag den 10.April fuhren wir am Hbf Kaiserslautern um 09:10 ab. Die Deutsche Bahn machte unsere Reise nicht unspannend, da wir bereits nach einem unserer ersten Umstiege ohne Zugfahrer im Zug saßen, da dieser 50km weiter in einem anderen Zug mit Stromausfall festsaß. Aber davon ließen wir uns die Stimmung nicht nehmen, und ca.11 Stunden später erreichten wir die Bahnhof in Lecco, an welchem wir von unseren Austauschpartnern und deren Familien begrüßt wurden. Am nächsten Tag hieß es jedoch nicht ausschlafen, nein, die Italiener haben nämlich teilweise auch samstags Schule! Es war interessant, auch mal den Unterricht in einem anderen Schulsystem kennenzulernen, denn hier geht eine Stunde keine 45, sondern 55 Minuten, und der Unterricht erfolgt größtenteils frontal durch Vorträge der Lehrer, heißt ohne Gruppenarbeitsphasen oder eigenständiges Üben von Inhalten im Unterricht selbst.
Der Rest des Wochenendes galt Aktivitäten innerhalb der Familie. Einige von uns gingen in die Berge wandern, an den See Eis essen oder die Großfamilien unserer Austauschpartner besuchen, und eins lässt sich für den gesamten Austausch festhalten : An Essen mangelte es uns nicht, die italienische Küche kam ihrem weltweiten Ruf gerecht nach!
Am Montag unternahmen wir unsere erste gemeinsame Aktivität mit allen Austauschschülern. Wir waren nicht nur Italiener und Deutsche, sondern plötzlich auch Spanier, Schüler aus Teneriffa und Litauen, denn das Gymnasium Bertacchi ist eine Erasmus+ Schule, und hatte alle seine Austauschprogramme in eine Woche gelegt, sodass wir eine bunt gemischte Gruppe von über 40 Leuten waren!
Unsere erste Aktivität war der Besuch eines Canyons am See. Hier entspringt das Wasser aus dem Berg und formte seither seinen Weg durch die Berge in den Comer See, man konnte die Kraft des Wassers nahezu spüren. Am Dienstag besuchten wir Lecco selbst und lernten die Geschichte dieser Stadt und seinen berühmten Schriftsteller ,,Alessandro Manzoni“ kennen, welcher einen in ganz Italien bekannten Roman eines Liebespaares schrieb, das von Lecco aus über den Comer See fliehen musste, um sich eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Wir hatten jedoch auch die Möglichkeit die traditionellen Gassen der Stadt und das Ufer Leccos zu besichtigen.
Nach zwei ,,kleineren“ traditionellen Städten Italiens besuchten wir mittwochs die Weltmetropole Mailand. Vom ,,modernen Mailand“, dessen Skyline und neun architektonischen Projekten wie dem vertikalen Wald, ein mit Bäumen und Sträuchern bewachsenes Hochhaus, aus, liefen wir durch die berühmte Mailänder Galleria Vittorio Emmanuele bis hin zum weltbekannten ,,Piazza del Duomo“ am Mailänder Dom.
Dieser zu den größten Kathedralen der Welt gehörende Dom weißt eine über 600 jährige Bauzeit auf, weshalb seine Bauarten von mehreren stilistischen Epochen wie der Gotik und dem Barock geprägt ist. Nach einigen Präsentationen über den Dom und weitere Bauten erhielten wir Zeit, um uns eigenständig im Stadtzentrum in Dreiergruppen umzusehen, und kehrten abends nach einem langen, erlebnisreichen Tag in unsere Gastfamilien zurück. Wie schnell die Zeit schon vergeht! Schon hatten wir den letzten Tag erreicht, an welchem wir auch nochmal gemeinsam mit Italienern, Spaniern, Litauern und Deutschen in eine der ältesten Städte der Region fuhren, nach Bergamo. Dies hat eine Oberstadt und liegt nördlich von Mailand. Es hat eine Geschichte, welche man spürte, wenn man durch die kopfsteingepflasterten Straßen, seine antike Universität, die Kirche ,,Santa Maria Maggiore“ mit einer überwältigenden, prunkvollen Innenfassade, und die kleinen Gassen mit den zahlreichen traditionellen italienischen Geschäften lief.
Nach einer langen erlebnisreichen Woche hieß es dann Donnerstag Abend Koffer packen und Abschied nehmen, denn Freitag früh traten wir um 08:45 die Heimreise an. Und diesmal sogar ohne Verspätung! In einer Spitzenzeit von nur 9 Stunden erreichten wir, von den Bergen des Comer Sees, vorbei an den Alpen, wieder die Hügel des Nordpfälzer-Berglandes.
Der Abschied fiel wahrlich nicht leicht, nach einer Woche voller Austausch und gemeinsamen Lebens sind wir mit unseren Austauschschülern zusammengewachsen, sodass beim Abschied sogar ein, zwei Tränen flossen. Doch dieser Abschied heißt nicht, dass wir unsere Austauschschüler nicht wiedersehen, denn bei einigen Schülern ist eine Freundschaft entstanden, welche trotz der Ländergrenzen beibehalten und vielleicht auch durch weitere Treffen fortgeführt werden will.
Ein Austausch, welcher uns Schüler an Erlebnissen und kulturellen Erfahrungen bereichert hat, und welchen das Wilhelm-Erb-Gymnasium hoffentlich noch viele weiter Jahre durchführen kann.





